Besuch des BMZ

geschrieben 2020-12-19
von Jana Pfänder

Innerhalb der letzten Monate haben wir uns alle vorwiegend mit den administrative Vorbereitungen  in Form von Sponsorensuche, Reiseplanung und Vorbereitung auf die Abläufe und Regeln der Konferenz beschäftigt. Da unsere bevorstehende Reise immer näher rückt, ist es nun Zeit uns intensiver mit dem Land Botswana zu beschäftigen.
Bisher haben wir uns ein Grundgerüst an Informationen über die Gegebenheiten des Landes und der botsuanischen Regierung angeeignet. Durch einen Besuch im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erhoffen wir uns einen tiefergehenden Einblick sowohl in die Entwicklungszusammenarbeit, als auch in Botswanas Stellung und Schwerpunkte der Regierung zu bekommen.

Durch Steffen Weber, Referent des BMZ für Botswana, erfahren wir, welche wichtige Rolle der Schutz der  heimischen Biodiversität des Landes einnimmt. Mit einem „Grenzübergreifenden Schutzgebiet Kavango-Sambesi“ bilden 36 Wildreservate und Nationalparks in Botsuana, Angola, Sambia, Simbabwe und Namibia ein einziges Schutzgebiet. Mit einem deutschen Beitrag von 35,5 Millionen Euro unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die KAZA-Länder zusammen mit der Peace Parks Foundation, dem WWF und anderen Partnern bei dieser großen Aufgabe.

Fast 40% der Landfläche Botswanas sind geschütztes Gebiet: Nationalparks und Reservate. In ihnen leben rund 130.000 Elefanten, was etwa ein Drittel des Gesamtbestandes ganz Afrikas ausmacht. Wir erfahren, dass es in der Vergangenheit vermehrt zu Konflikten zwischen Mensch und Tier kam. Ernten wurden zerstört, Wasservorräte aufgebrochen. Bedingt durch Dürren und Trockenheit innerhalb der letzten Jahre verschärfte sich die Lage drastisch und der Tierschutz konnte nicht mehr gewährleistet werden. Zum sogenannten Schutz von Mensch und Tier veranlasste die Regierung eine teilweise Aufhebung des Jagdverbotes. Weber hebt hervor, dass lediglich wenige Jagdlizenzen pro Jahr herausgegeben werden und der Erlös den Kommunen zugute kommt, welche Schäden und Verluste durch Elefanten erfahren müssen. 

Interessant für uns ist vor allem der Perspektivenwechsel, welcher an diesem Beispiel so gut zu beobachten ist. Auch wenn vor allem in den Medien ein Augenmerk auf die zurecht kritisch zu sehende Jagd bedrohter Tiere gerichtet wird, ist es wichtig die Situation für die Menschen vor Ort zu verstehen. Dieser andere Blickwinkel auf Problematiken ist für uns als Vertretung des Landes während der Simulation essentiell, sollte jedoch auch im alltäglichen Leben von jedem von uns nicht vernachlässigt werden.

Des Weiteren bekamen wir die Möglichkeit eines Gespräches mit (soundso) des Referats der Vereinten Nationen.
Wir kamen nicht umhin, nach den begrenzten Möglichkeiten der Einflussnahme für einen kleinen afrikanischen Staat mit weniger Kapazitäten zu fragen. Real bedeuten diese eingeschränkten Mittel gleichzeitig auch weniger Personal und somit weniger Möglichkeiten zur Teilhabe an Sitzungen für Staaten wie auch Botsuana.
Doch innerhalb des Gespräches wird schnell klar: Auch kleine, auf den ersten Blick weniger einflussreiche Länder können für sie wichtige Aspekte geltend machen. Als neutraler Vermittler zwischen großen einflussreichen Staaten und auch innerhalb von Interessengemeinschaften wie der Afrikanischen Union werden wir mit einer klar abgesteckten Zielsetzung versuchen, die Interessen Botsuanas in den Vereinten Nationen umzusetzen. Bereits jetzt freuen wir uns darauf, einen der Vorreiterstaaten des südlichen Afrikas zu vertreten.  


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